Zweite Textil vernetzt-Fachtagung: KI und Arbeit 4.0 im Fokus

Prof. Dr. Thomas Gries vom Institut für Textiltechnik (ITA) zeigte auf der Techtextil Messe, wofür der Einsatz von Assistenzsystemen in der Textil- und Bekleidungsindustrie sinnvoll ist.
Prof. Dr. Thomas Gries vom Institut für Textiltechnik (ITA) machte anschaulich, wofür der Einsatz von Assistenzsysteme in der Textil- und Bekleidungsindustrie sinnvoll ist.

Mit mehr als 90 Gästen traf die zweite Fachtagung von Textil vernetzt auf der diesjährigen Messe Techtextil in Frankfurt/Main mit ihren Themen Arbeit 4.0 und Künstliche Intelligenz genau ins Schwarze beim textilen Mittelstand.

Das Publikum erhielt Denkanstöße, wie sich digitale Anwendungen erfolgreich im Unternehmen implementieren lassen. Diese lieferte der erste Redner Prof. Dr. Thomas Gries vom Textil vernetzt-Partner Institut für Textiltechnik (ITA). Er beurteilt den Einsatz von Assistenzsystemen als große Chance, um Beschäftigung aufzubauen, da diese schließlich auch bedient werden will. Inwiefern Assistenzsysteme tatsächlich bereits in den kleinen und mittleren Unternehmen im Einsatz sind, zeigte sich in der Podiumsdiskussion (Textil vernetzt informierte). Die Unternehmer Peter Brunsberg, bagjack e . K., und Peter Ebenhoch, pro4tex GmbH, berichteten im Gespräch mit den beiden Textil vernetzt-Partnern Frizzi Seltmann, Sächsisches Textilforschungsinstitut (STFI) und Prof. Dr. Thomas Gries aus ihrem unternehmerischen Alltag. Bei bagjack werden Assistenzsysteme wie Tablets genutzt, die die Mitarbeiter unterstützen sollen. Sie können flexibler agieren, um so auch Aufträge entsprechend der Nachfrage bedienen zu können. Bei der pro4tex GmbH ist die Implementierung von Greifersystemen zum automatischen Handling von Textilien angedacht (Textil vernetzt berichtete). Frizzi Seltmann gab zudem einen Ausblick, inwiefern der Einsatz von Robotik und fahrerlosen Assistenzsystemen einem Unternehmen behilflich sein kann.

Den zweiten Part der Fachtagung füllte das Thema Künstliche Intelligenz (KI). Dr. Thomas Fischer vom Projektpartner Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung (DITF) schilderte, warum Kleidung trotz der richtigen Größe oftmals nicht passt. Mit neuronalen Netzen und anderen KI-Methoden kann man diese Vielfalt analysieren und verstehen. Dank der Analyse der Formenvielfalt können Hersteller bei der Entwicklung passender Bekleidung unterstützt werden.

Prof. Dr. Axel Sikora vom Projektpartner Hahn-Schickard gab zuletzt einen Einblick in die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz in der Textil- und Bekleidungsindustrie mittels maschinellem Lernen. Dabei wurden die Fragen geklärt, was es bedeutet, wenn Maschinen in der Lage sind, optische Inspektionen von Stoffen vorzunehmen oder vorausschauend Fehlermeldungen zu liefern und welche Potenziale KI für die Vermarktung von Produkten bietet, wenn diese auf den Kunden individuell zugeschnitten wird. Dazu zeigte Prof. Dr. Axel Sikora die besonderen Anforderungen auf, die beim Einsatz in industriellen Anwendungen zu beachten sind, sowie Chancen und Risiken dieser Technologien.

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