Textilfabrik der Zukunft: Regionale Schaufenstereröffnung in Chemnitz

Bild von der Führung bei der Eröffnung des Schaufensters am Sächsischen Textilforschungsinstitut
Großes Interesse an der Schaufenster-Eröffnung des STFI

Eine regionale Anlaufstelle für den textilen Mittelstand, die Hilfestellung beim digitalen Wandel anbietet, gibt es seit gestern in Chemnitz. Am Sächsischen Textilforschungsinstitut (STFI) steht das Textil vernetzt-Schaufenster „Vertikale Integration und vernetzte Produktionsketten“ Unternehmern der Textil- und Bekleidungsindustrie sowie des Textilmaschinenbaus zur Verfügung.

Im Rahmen der feierlichen Eröffnung kamen namhafte Redner aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zu Wort. Auf welchem Digitalisierungsstand sich die gewerbliche Wirtschaft in Sachsen befindet und welche Möglichkeiten der Mittelstands- und Investitionsförderung existieren, erläuterte Dr. Dirk Orlamünder, Leiter Abteilung Digitalisierung, Energie, Bergbau und Marktordnung beim Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. Ziel sei die Weiterentwicklung der sächsischen Textilindustrie, unterstrich Sören Uhle, Geschäftsführer der Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH. Dr. Jenz Otto, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e.V., rief die Mitgliedsunternehmen daher auf, die umfangreichen und kostenfreien Angebote des Kompetenzzentrums zu nutzen. Diese stellte Anja Merker, Geschäftsführerin von Textil vernetzt, zusammen mit den Schwerpunkten des Kompetenzzentrums vor.

An der anschließenden Podiumsdiskussion nahmen Christoph Neuberg, stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Geschäftsführer Industrie/ Außenwirtschaft bei der IHK Chemnitz, Prof. Dr. Dagmar Gesmann-Nuissl, Professur für Privatrecht und Recht des geistigen Eigentums an der Technischen Universität Chemnitz, Jens Bonitz, Bereichsleiter Montage und Logistik bei der Karl Mayer Technische Textilien GmbH, und André Lang, Geschäftsführer von Norafin Industries (Germany) GmbH teil. Die Diskutanten sprachen über die Chancen des digitalen Wandels für die Textilindustrie. Dabei wurde in der von Dr. Ina Meinelt moderierten Runde einmal mehr deutlich, dass kleine und mittlere Unternehmen zum einen nicht darumkommen, den Weg der Digitalisierung mitzugehen und zum anderen die Mitarbeiter aktiv in den Prozess miteingebunden werden müssen, um die notwendige Akzeptanz für die Digitalisierung zu erreichen. Auch sei es wichtig, in den Austausch mit anderen Unternehmern zu gehen und sich nicht von den rechtlichen Hürden abschrecken zu lassen.

Den Ausklang der Veranstaltung bildete eine Führung durch das Schaufenster des STFI. Anhand einer modellartigen „Textilfabrik der Zukunft“ demonstriert das Institut Möglichkeiten für Unternehmen, ihre Effizienz zu steigern, indem Produktionsprozesse automatisiert und vernetzt werden. Interessierte erleben in Chemnitz am Beispiel der Herstellung einer kundenindividuellen Spielmatte den kompletten Fertigungsprozess eines Produktes – vom Design bis zum fertigen Produkt. Dabei rücken die Vernetzung von Maschinensystemen, die Digitalisierung von Fertigungsprozessen sowie eine automatisierte und kundenindividuelle Textilproduktion in den Vordergrund.

Das Schaufenster Chemnitz ist eines von vier regionalen, begehbaren Schauräumen, die in den textilen Hotspots in Deutschland – Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg – angesiedelt sind. Nach und nach öffnen die Textil vernetzt-Partner Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung (DITF) in Denkendorf, Institut für Textiltechnik (ITA) in Aachen sowie Hahn-Schickard in Stuttgart ihre Türen, um Unternehmern der Branche einen Eindruck zu geben, welche Möglichkeiten sich durch die Digitalisierung für die Textilindustrie ergeben.

Weitere Eröffnungstermine:

15. Mai: DITF (Denkendorf)

29. Mai: ITA (Aachen)

2. Oktober: Hahn-Schickard (Stuttgart)

Alle Termine von Textil vernetzt finden Sie hier: https://www.kompetenzzentrum-textil-vernetzt.digital/angebote.html

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