Gruschwitz Textilwerke AG: Digitalisierungs-Roadmap nimmt Gestalt an

Workshop von Textil vernetzt beim Textilunternehmen Gruschwitz Textilwerke

In einem zweiten Workshop kamen Dr. Karl-Peter Fritz, Textil vernetzt-Projektleiter bei Hahn-Schickard, und Alexander Artschwager, Textil vernetzt-Projektleiter an den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung (DITF), mit den beiden Vorständen Klaus Gudat und Ditmar Schultschik der traditionsreichen Zwirnerei Gruschwitz Textilwerke AG in Leutkirch zusammen. Ziel des Treffens war, die im Rahmen der Unterstützungsleistung von Textil vernetzt vereinbarte Digitalisierungs-Roadmap zu priorisieren und erste Umsetzungsschritte herauszuarbeiten.

„Dazu haben wir im ersten Workshop Ideen gesammelt, welche Möglichkeiten der Digitalisierung es für Gruschwitz gibt. Diese wollen wir nun sinnvoll in Reihenfolge bringen und daraus eine entsprechende Roadmap ableiten“, schildert Dr. Karl-Peter Fritz. Die Gruschwitz Textilwerke AG ist ein europaweit führender Anbieter von technischen Zwirnen, Garnen und Nähfäden für die Automobilindustrie, die Medizintechnik und andere industrielle Anwendungen. In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen bereits erste Schritte hinsichtlich der Modernisierung seiner Produktion getätigt und u. a. ein Lean-Management-System etabliert. Gemeinsam mit allen vier Partnern von Textil vernetzt soll nun die Produktion digitalisiert werden (siehe Bericht vom 20. August).

„Als innovatives Unternehmen interessieren wir uns natürlich immer für neue Technologien. Aus diesem Grund haben wir auch aktiv den Kontakt mit dem Kompetenzzentrum Textil vernetzt gesucht“, erklärt Ditmar Schultschik. Im Workshop haben sich nun die ersten konkreten Schritte heraus kristallisiert: Zum einen plant das Unternehmen in Kürze die Einführung eines Online-Shops für das Nähfaden-Sortiment. Zum anderen liegt ein Fokus auf der Erfassung der Betriebszustände der etwa 150 Produktionsmaschinen am Standort Leutkirch. Dazu ist geplant, sowohl ältere wie auch neuere Maschinen mittels smarter Sensorik aufzurüsten und mit einer Software so zu verknüpfen, dass der Betriebszustand jederzeit ausgelesen werden kann. Ditmar Schultschik: „Da das Erfassen von Betriebszuständen an den Maschinen vor Ort durch unsere Mitarbeiter sehr zeitintensiv ist, möchten wir das Sammeln und Auswerten dieser Informationen automatisieren“. Damit werden Auswertungen orts- und endgeräteunabhängig möglich und Mitarbeiter wie auch Maschinen flexibler einsetzbar.

Ziel von Gruschwitz ist es, gegenüber anderen Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen. „Tatsächlich sehen wir in der Digitalisierung mehr Chancen als Risiken“, so Ditmar Schultschik im Rahmen des Workshops.

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