Gelungener Auftakt: Berliner Showroom von Textil vernetzt hat eröffnet

Bild von Stefan Schnorr vom Bundeswirtschaftsministerium und Ingeborg Neumann, Präsidentin des Gesamtverbandes textil+mode
Stefan Schnorr im Gespräch mit Ingeborg Neumann

Was heißt Digitalisierung in der Textil- und Bekleidungsindustrie? Wohin kann der Wandel in der Branche führen? Und welche Hilfestellung erhalten hierbei insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU)? Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Textil vernetzt hat in der Berliner Geschäftsstelle seinen Showroom eröffnet, der KMU der Textil- und Bekleidungsindustrie Anregungen bietet, welche Möglichkeiten die digitale Transformation mit sich bringt.

Mit rund 60 interessierten Unternehmern, Vertretern aus Politik und Verbandslandschaft war die gestrige Auftaktveranstaltung sehr gut besucht. Neben Vorträgen aus Theorie und Praxis wurden die Schwerpunkte der vier Partner des Kompetenzzentrums – digitales Engineering, vernetzte Produktion, Einsatz von Assistenzsystemen und smarte Sensortechnik – erlebbar.

Einleitende Grußworte kamen von Stefan Schnorr, Leiter der Abteilung Digital- und Innovationspolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), und Ingeborg Neumann, Präsidentin des Gesamtverbandes textil+mode, der die Leitung des Kompetenzzentrums innehat. Frau Neumann machte in ihrer Rede vor allem auf die Angebote von Textil vernetzt aufmerksam: Indem die Demonstratoren auf Reisen gehen, „holen wir den textilen Mittelstand dort ab, wo er sitzt: in Nordrheinwestfalen, Baden-Württemberg, Sachsen oder Bayern und unterstützen auch ganz individuell, wenn Unternehmen sich zunächst einmal fragen, wo sie denn in welchen Bereichen überhaupt Digitalisierungsbedarf und Digitalisierungsmöglichkeiten haben.“

Das Team von Textil vernetzt nutzte die Gelegenheit, sich und seine Leistungen im Rahmen der Partnerschaft genauer vorzustellen. Dem Thema vernetzte Produktion, die die gesamte IT-Steuerung beginnend bei den Bestellungen über die Produktion bis hin zur Auslieferung umfasst, widmet sich das Sächsische Textilforschungsinstitut (STFI). Mitarbeiter in den KMU beim digitalen Wandel mitzunehmen, hat sich das Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen auf die Fahne geschrieben. So bietet das ITA Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für Mitarbeiter unter dem Einsatz von Assistenzsystemen wie Tablet oder AR-Brille an. Digitales Engineering ist das Thema der Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF), das sich in den drei Bereichen Simulate, Print and Cut, automatisierte Herstellung von Smart Textiles sowie textilem Leichtbau verdeutlicht. Dem Einsatz von Sensoren verschrieben hat sich Hahn-Schickard. Das Hauptaugenmerk liegt in der Nachrüstung von Bestandsmaschinen durch smarte Sensortechnik, wodurch mittels Datenerfassung schneller auf Störungen reagiert oder vorausschauende Wartungsarbeiten vorgenommen werden können.

Damit der digitale Wandel in den KMU aber erst einmal zur Umsetzung kommt, muss in den meisten Fällen eine Änderung der Haltung – des Mindset – gegenüber des Themas erfolgen. In ihrem Impuls gab Insa Klasing, CEO von TheNextWe, Anregungen, wie ein kollektives Umdenken erfolgreich wird. In vielen Einzelgesprächen ermittelt Frau Klasing hierbei Ängste und Hemmnisse und versucht durch spezielle Fragetechniken ein positives Mindset bei Unternehmern zu verankern.

Um den Teilnehmern auch einen Blick in die Praxis zu bieten, diskutierte der Bundestagsabgeordnete Otto Fricke (FDP), ordentliches Mitglied im Bundesfinanzierungsgremium sowie im Haushaltsausschuss, mit den beiden Textilunternehmern Peter Brunsberg, bagjack e. K., und Sebastian Ihling, Alfred Apelt GmbH. Im Gespräch mit Herrn Fricke, berichteten Herr Brunsberg und Herr Ihling über ihre bisherigen Erfahrungen mit dem Thema Digitalisierung in der Textilindustrie. Während bagjack bereits erste Maßnahmen ergriffen hat, steht die Firma Apelt noch am Anfang und wünscht sich eine Struktur, um sukzessive digitale Umsetzungsprojekte anzugehen. Beide Unternehmer schilderten aber auch, welche Erwartungen sie an die Politik haben. Es müsse eine einfache Lösung in der Zusammenarbeit mit Förderbanken her, die vor allem praxistauglich für die Unternehmer ist, erklärte Herr Ihling. MdB Fricke machte deutlich, dass der Wille, digitale Maßnahmen umzusetzen, in der jetzigen Bundesregierung einen großen Stellenwert und der Staat die Befähigung habe, Antworten auf komplexe Fragen – speziell in punkto Digitalisierung – zu geben.  

Die Veranstaltung schloss mit einer Führung durch den Showroom, wo das Team von Textil vernetzt den Teilnehmern die Funktionsweise der Exponate ausführlich schilderte.

Der Showroom von Textil vernetzt kann ab heute von Mittelständlern und Interessenten besucht werden. Dazu bietet das Team von Textil vernetzt regelmäßige Führungen an. Das Angebot des Kompetenzzentrums runden Veranstaltungen verschiedenen Formats ab, die sich sowohl an Einsteiger als auch Spezialisten richten. Alle Angebote sind kostenfrei. Eine Übersicht finden Sie unter folgenden Link: https://www.kompetenzzentrum-textil-vernetzt.digital/angebote.html.

Die Bilder stehen Medienvertretern zum Download zur Verfügung. Bitte nennen Sie im Fall einer Veröffentlichung folgende Bildquelle: Kompetenzzentrum Textil vernetzt. Über einen Hinweis zur Veröffentlichung freuen wir uns - diesen können Sie gern an geben

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