Arbeitskreis Digitalisierung: Textilindustrie diskutiert künftige Digitalisierungstrends

Welche Rolle spielen Corporate Digital Responsibility (CDR), Standardisierung im Kontext von Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in der Textil- und Bekleidungsindustrie? Dieser Frage ging der diesjährige Arbeitskreis Digitalisierung nach.  

Zu Beginn schilderte Pamela Wille vom Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz (BMJV), was es mit Corporate Digital Responsibility im BMJV auf sich hat: Mit der Initiative, die im Mai 2018 an den Start ging, will das BMJV zusammen mit Unternehmen Prinzipien und Eckpunkte für ein verantwortliches Handeln von Unternehmen in der digitalen Welt definieren. Für den Bereich der Textilindustrie heißt das, das Vertrauen der Verbraucher in die Nutzung von Produkten, die mit digitalen Applikationen ausgestattet sind, zu erhöhen. Dazu spielt die Plattform verschiedene digitale Szenarien durch, um Handlungsfelder ausfindig zu machen und die Unternehmen im Idealfall zu einer gemeinsamen Selbstverpflichtung zu bewegen.

Mit dem Thema Standardisierung im Kontext der Digitalisierung befasst sich der t+m-Mitgliedsverband GermanFashion. Ziel ist die Etablierung einheitlicher, die gesamte Wertschöpfungskette umfassender Standards in der Textil- und Bekleidungsindustrie. Laut Andreas Schneider von GermanFashion existieren bereits Standards, die zum Teil konkurrieren oder auch ein technisches Update benötigen. Es bedarf demnach einer Mischung alter und neuer Standards, um das Niveau des Datenaustauschs zu erhöhen. In dem Branchenpilotprojekt des Start-ups Color Digital, worin Farben digitalisiert und eineindeutig entlang der Lieferkette kommuniziert werden, macht er das Potenzial der Branche deutlich.

Einen Überblick, welche Rolle Künstliche Intelligenz in der Textil- und Bekleidungsindustrie spielen kann, gab Prof. Dr. Axel Sikora vom Textil vernetzt-Projektpartner Hahn-Schickard. Mittels maschinellem Lernen können Maschinen in der Branche befähigt werden, optische Inspektionen von Stoffen vorzunehmen oder vorausschauend Fehlermeldungen zu liefern (Predictive Maintenance). Auch im Bereich der Vermarktung von Produkten sieht Axel Sikora enorme Potenziale, können doch Produkte mittels KI auf den Kunden individuell zugeschnitten werden.

Mareike Giebeler vom Gesamtverband textil+mode stellte zum Anschluss das Projekt TexStarted vor, womit der Verband Start-ups in der Branche Möglichkeiten zur Vernetzung mit dem textilen Mittelstand ermöglicht. Derzeit nutzen etwa 50 Start-ups das Angebot.

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