Der IIoT-Demonstrator von Textil vernetzt lernt Laufen

© Textil vernetzt

Das Team des Kompetenzzentrums Textil vernetzt hat in den letzten Monaten an einem IIoT-Demonstrator gearbeitet. Wenn Sie sich jetzt fragen, was das ist, ein Industrial Internet of Things-Demonstrator, was kleine und mittlere Unternehmen davon haben, welchen Mehrwert mit verhältnismäßig wenig Aufwand Sie in Ihrem Unternehmen erzeugen können, dann sind Sie hier genau richtig. Begleiten Sie uns von der Entwicklung über die Veröffentlichung einer Basis-Version unseres IIoT-Demonstrators bis hin zur Einbindung und Vernetzung eines standortübergreifenden Produktionsplanungssystems.

Heute starten wir mit unserer Serie zum IIoT-Demonstrator, in der die Textil vernetzt-Partner alle zwei Wochen davon berichten, wie sie mitgewirkt haben, wo und vor welchen Fragen wir stehen und wie eine erfolgreiche Umsetzung gelingt.

Textil vernetzt-Geschäftsführerin Anja Merker erklärt im Interview die Hintergründe zu dem Vorhaben.

Frau Merker, Sie bringen gemeinsam mit den Textil vernetzt-Projektpartnern einen IIoT- Demonstrator ans Laufen – ein sehr spannendes Vorhaben. Was ist Ihre ganz spezielle Aufgabe bei der Realisierung des Projekts?

Anja Merker: Um es mit einem Satz zu sagen: Wir wollen sehen, was die Strickmaschinen an den Standorten unserer Projektpartner machen. Bei uns in Berlin haben wir keine Strickmaschine stehen, aber unsere Partner in Aachen, Denkendorf und Chemnitz. In unserer Textil vernetzt-Geschäftsstelle zeigen wir mit dem IIoT-Demonstrator, dass Produktionsprozesse und Produktionsdaten standortübergreifend gebündelt und nachverfolgt werden können. Unsere kleinen und mittleren Unternehmen erleben anschaulich, wie sie daraus Handlungsanweisungen wie z. B. Wartungsempfehlungen oder eine Umverteilung der Maschinenauslastung ganz konkret für ihr Unternehmen ableiten können.

Der Demonstrator wird also in Berlin, in der Hauptgeschäftsstelle des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Textil vernetzt, zum Einsatz kommen. Vor welcher Herausforderung stehen Sie aktuell?

Anja Merker: Maschinendaten zu sammeln und sie auf einem Server zu speichern, ist das eine. Die gesammelten Daten anschaulich darzustellen, das andere. Das ist die Herausforderung, vor der wir gerade stehen. Uns treibt die Frage um: Wie gestalten wir die Benutzeroberfläche, damit die erhobenen Daten vom Anwender auch leicht verständlich erfasst werden können? Die zweite Herausforderung sind die drei Standorte, an denen die Daten erfasst werden. Jeder der Standorte ist mit seiner eigenen IT-Sicherheitsstruktur ausgestattet und auch hier in Berlin muss uns unser Systemadministrator unter die Arme greifen, damit die Live-Daten durch unsere Firewall kommen.

Wenn Sie einen Blick in die Zukunft wagen: Was wird das Erfolgsgeheimnis des IIoT-Demonstrators für die Textilbranche sein?

Anja Merker: Was das Ganze – neben dem spannenden Anwendungsfall „3D-Stricken von Schutzmasken“ – so interessant macht: die einheitliche Erfassung der Daten über verschiedene Standorte und die leicht verständliche Nutzeroberfläche. Die Maschinenparks vieler Textilhersteller sind heterogen. Da ist eine Anzeige, auf der die Daten aller Maschinen einsehbar sind, sehr sinnvoll und zeitsparend. Und wenn ich dann aus den Daten Anpassungen an meinen Produktionsprozess ableite und diese womöglich auch noch automatisiere, wie z. B. „Maschinenwartung, wenn Parameter A und B Normalwerte mehr als X Minuten überschreiten“ oder Produktionsaufträge automatisch auf Maschinen verteilt werden, kommt zusätzlich der Effizienzgewinn dazu.

Was können KMU mithilfe des IIoT-Demonstrators lernen und wie unterstützen Sie die KMUs als Hauptgeschäftsstelle dabei?

Anja Merker: Mit dem Demonstrator wollen wir zeigen, dass Digitalisierung für jeden machbar ist und welchen Mehrwert mittelständische Unternehmen mit verhältnismäßig wenig Aufwand erzeugen können. Wer den Horizont noch mehr erweitern möchte, den sensibilisieren wir dafür, was in den Bereichen „vernetzte Produktion“ und „Industrial Internet of Things“ noch alles möglich ist. Das Berliner Team findet gemeinsam mit den KMU heraus, wo der digitale Schuh drückt und vernetzt die Unternehmen für die fachlichen Details mit den richtigen Ansprechpartnern des Textil vernetzt-Teams. Sollten die unternehmerischen Wünsche über die Expertise unserer Partner hinausgehen, haben wir das Mittelstand Digital-Netzwerk mit 25 weiteren Kompetenzzentren im Rücken. Es findet sich also eine Lösung für jedes Problem.

Zurück


Nach oben