Verbesserung des Lager- und Bestandsmanagements


Herausforderung

Bei der NAUE GmbH & Co. KG werden z. B. Kunststoffdichtungsbahnen am Ende der Produktion auf einer Rolle aufgerollt. Diese ist mit einer Materialnummer gekennzeichnet, die derzeit nicht elektronisch identifiziert werden kann, sowie einer Begleitkarte mit einem Barcode. Zudem werden die Ablageorte nicht geordnet dokumentiert, was zu einer ungenauen Bestandsübersicht beiträgt.

Lösung

Der Lagerort jeder einzelnen Rolle soll digital erfasst und dokumentiert werden. Die Lokalisierung erfolgt dabei über ein Ortungssystem am Gabelstapler. Zudem soll jede einzelne Rolle gleich bei Aufnahme durch den Gabelstapler identifiziert werden, möglichst ohne großen zusätzlichen Aufwand am Produkt. Die Kollegen vom Sächsischen Textilforschungsinstitut (STFI) erarbeiten hierzu technologische Lösungsansätze.

Umsetzung

Die vom STFI bewerteten Lösungsansätze beinhalten die Ortung der Rollen mittels UWB (RTLS), deren Lokalisierung durch einen Barcode sowie ihre Identifikation durch Bilderkennung. Eine exakte Lagerortbestimmung sowie eine genaue Bestandsübersicht ermöglichen geringere Such- und Wegezeiten für die Mitarbeiter sowie eine fehlerreduzierte Zuordnung von Aufträgen.


Dokumentation des Umsetzungsprojektes:

Erfahren Sie mehr: Wie kamen die Projektpartner und Unternehmer zusammen? Worin lag der Schwerpunkt bei den folgenden Gesprächen, Workshops, etc.? Und wo steht das Unternehmen NAUE GmbH & Co. KG heute?


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Das Unternehmen
Die NAUE GmbH & Co. KG aus Nordrhein-Westfalen und ihre Unternehmensgruppe mit rund 500 Mitarbeitern gehört zu den Marktführern der Geokunststoffbranche im In- und Ausland. Das mittelständische Unternehmen mit etwa 230 Beschäftigten am Standort Espelkamp hat sich auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Geokunststoffen spezialisiert, die Anwendung im Grundwasserschutz, in Tunnel- und Bauwerksabdichtungen sowie im Tief- und Wasserbau finden.

Herausforderung
Hohe Nachfrage in der Bausaison macht eine Vorproduktion notwendig und erfordert anspruchsvolles Lager- und Bestandsmanagement. Die Geokunststoffbahnen werden dazu am Ende der Produktionslinie aufgerollt und zur Identifikation mit Material- und Auftragsnummer gekennzeichnet. Zusätzlich erhalten alle Rollen Etiketten mit Barcode und werden anschließend im Außenbereich zwischengelagert. Dazu werden zum Produktionsauftrag Stapelorte im Außenlager vergeben. Wird ein Kundenauftrag für die Auslieferung kommissioniert, müssen die richtigen Rollen am Ablageort im Lager mit dem Gabelstapler aufgenommen werden. Gelegentlich müssen dabei auch Rollenstapel umgelagert werden. Die Rollen werden dabei manuell identifiziert und die Lagerbewegungen bislang nicht automatisiert erfasst. Für NAUE hat sich die Frage gestellt, wie diese Abläufe verbessert werden können.

Lösung
In einem Workshop wurden mit den Kollegen vom STFI ein Lösungskonzept für eine automatisierte Erfassung der Lagerbewegungen erarbeitet und zwei technologische Herausforderungen identifiziert: Jede Rolle soll möglichst gleich bei Aufnahme durch den Gabelstapler identifiziert werden können, ohne großen zusätzlichen Aufwand am Produkt. Für die Bestimmung der Lagerbewegungen ist zudem eine genaue Ortung der Rollen erforderlich. Für beides wurden am STFI verschiedene Lösungsansätze erarbeitet und gemeinsam mit NAUE hinsichtlich Anwendbarkeit unter den Gegebenheiten im Außenlager bewertet.

Umsetzung
Im ersten Schritt sollte die Identifikation der Rollen umgesetzt werden. Dazu galt es, Aufwand, Vor- und Nachteile beider möglicher Technologien für die konkrete Anwendung besser abzuschätzen. Die optische Bilderkennung wurde dazu von den Kollegen des STFI in einem Prototyp umgesetzt und getestet. Für die Einschätzung der RFID-Technologie wurden von NAUE Materialmuster zur Verfügung gestellt und von den Kollegen mit der RFID-Technik am STFI in Vorversuchen getestet. So zeigte sich, welcher Entwicklungsaufwand für eine Bilderkennung noch zu leisten wäre und dass nicht alle getesteten RFID-Tags in Kombination mit den ausgewählten Materialien gleich gut funktionieren.

Wie geht es weiter?
Im Abschlussworkshop hat die gemeinsame Bewertung der technologischen Lösungsansätze und Vorversuche zur Identifikation gezeigt, dass die RFID-Technologie das größte Potenzial für NAUE bietet. Allerdings muss dazu genauer bestimmt werden, wie RFID-Technologie am besten auf die Vielfalt der bei NAUE eingesetzten Materialien abgestimmt werden kann. Hierzu hat das STFI Kontakt zu möglichen Technologiepartnern vermittelt. Im nächsten Schritt bietet sich für NAUE an, zusammen mit den Technologiepartnern eine produktionsreife Lösung zu entwickeln und diese an die vorhandene Lagerhaltung anzubinden. Für die Mitarbeiter würden sich damit sowohl Such- und Wegezeiten als auch mögliche Fehlerquellen bei der Zuordnung von Aufträgen deutlich reduzieren.

Stichworte

  • Optimierung von Produktionsprozessen
  • Logistik
  • Verkürzung von Such- und Wegzeiten
  • Fehlerreduzierung

Ansprechpartner
Sächsisches Textilforschungsinstitut (STFI)
Dr. Steffen Seeger
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
E-Mail:

O-Ton
„Die Lösungen des Textil vernetzt-Teams bringen uns weiter, weil sie die Vielfalt der möglichen Technologien exakt nach unseren Anforderungen herausgearbeitet haben.“
Anke Marten
Leiterin Logistik NAUE GmbH & Co. KG


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